Altenpflegerin / Altenpfleger

Die Ausbildung in der Berufsfachschule Altenpflege soll dazu befähigen, die selbständige und verantwortliche Betreuung, Pflege und Beratung alter Menschen in allen Bereichen der Altenpflege zu übernehmen. Dies bedeutet insbesondere:

  • die sach- und fachkundige, umfassende und geplante Pflege,
  • die Mitwirkung bei der Behandlung kranker und behinderter Menschen in fortgeschrittenem Alter einschließlich der Ausführung ärztlicher Verordnungen,
  • die Erhaltung und Wiederherstellung individueller Fähigkeiten im Rahmen geriatrischer und gerontopsychiatrischer Rehabilitationskonzepte,
  • die Gesundheitsvorsorge einschließlich der Ernährungsberatung,
  • die Betreuung und Beratung in persönlichen und sozialen Angelegenheiten,
  • die Hilfe zur Erhaltung und Aktivierung einer möglichst eigenständigen Lebensführung einschließlich der Förderung sozialer Kontakte und zur Freizeitgestaltung,
  • die Anregung und Begleitung von Familien- und Nachbarschaftshilfen und die Beratung pflegender Angehöriger,
  • die umfassende Begleitung schwerkranker, chronisch kranker und sterbender Menschen.

Die Dauer der Ausbildung beträgt 3 Jahre.


Aufnahmevoraussetzungen:

 In die Klasse I der Berufsfachschule kann aufgenommen werden, wer

  • den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss - oder einen anderen gleichwertigen Bildungsstand nachweist

oder

  • eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die den Hauptschulabschluss erweitert, nachweist,

oder

  • die Abschlussprüfung an der Berufsfachschule - Pflegeassistenz - bestanden hat

oder

  • die Berufsausbildung zur Krankenpflegehelferin oder zum Krankenpflegehelfer erfolgreich abgeschlossen hat

und 

  • die persönliche Zuverlässigkeit und gesundheitliche Eignung nachweist.

Der vorherige Besuch der einjährigen Berufsfachschule Hauswirtschaft und Pflege für Realschulabsolventinnen und Realschulabsolventen wird empfohlen.

 

Aufnahmeverfahren:

Da die Aufnahmekapazität der Berufsfachschule Altenpflege begrenzt ist, findet grundsätzlich ein Auswahlverfahren statt.


Prüfung

Schriftliche Prüfung:

  • Die schriftliche Prüfung besteht aus drei Klausurarbeiten. 
  • Die Bearbeitungszeit beträgt jeweils 120 Minuten.

Praktische Prüfung:

  • In der praktischen Prüfung ist eine methodisch-praktische Aufgabe mit medizinisch-pflegerischen und sozialpflegerischen Inhalten selbständig zu lösen. Sie umfasst einen zeitlichen Rahmen von 90 Minuten. 

Mündliche Prüfung:

  • Die mündliche Prüfung erstreckt sich auf drei Lernfelder, die jeweils über 10 Minuten geprüft werden.

Stundentafel der Berufsfachschule Altenpflege

 

 

Lernbereiche

Gesamtwochenstunden des 
dreijährigen Bildungsganges



Berufsübergreifender Lernbereich

    7,5

mit den Fächern

 

Deutsch/Kommunikation

 

Englisch/Kommunikation

 

Politik

 

Religion

 

 

 

Berufsbezogener Lernbereich - Theorie und schulische Praxis

    

mit den Fächern

 

Aufgaben und Konzepte der Altenpflege

    30

Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung

    7,5

Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen altenpflegerischer Arbeit

    4

Altenpflege als Beruf

    6

Optionale Lernangebote

    5

Insgesamt

    60

Berufsbezogener Lernbereich - Praxis

 

Während des Bildungsganges wird eine praktische Ausbildung von insgesamt 2500 Zeitstunden durchgeführt. 

Im Rahmen der praktischen Ausbildung in den Versorgungsformen der stationären, teilstationären und ambulanten Pflege sind folgende Ausbildungsabschnitte vorzusehen in

  1. stationären und teilstationären Einrichtungen der Altenpflege,
  2. einer Sozialstation oder entsprechenden Einrichtungen,
  3. einer psychiatrischen Klinik mit gerontopsychiatrischer Abteilung oder anderen Einrichtungen der gemeindenahen Psychiatrie,
  4. einem Allgemeinkrankenhaus, möglichst mit geriatrischer Fachabteilung oder geriatrischem Schwerpunkt oder einer geriatrischen Fachklinik,
  5. Einrichtungen der offenen Altenhilfe.

Ort und Zeitpunkt der praktischen Ausbildung regelt die Schule. Die Berufsfachschule und die Einrichtungen der Altenhilfe oder Altenpflege legen gemeinsam den Ausbildungsplan fest. Die praktische Ausbildung ist um Fehlzeiten zu verlängern, die sechs Wochen überschreiten. Die Fehlzeiten sind vor Eintritt in die praktische Prüfung auszugleichen. Nach Abschluss der praktischen Ausbildung haben die Schülerinnen und Schüler der Schule einen Bericht über ihre Tätigkeit und eine Bescheinigung der Einrichtung über die ordnungsgemäße Durchführung der praktischen Ausbildung einzureichen. Während der praktischen Ausbildung werden die Schülerinnen und Schüler von Lehrkräften der Berufsfachschule in den Einrichtungen besucht, beraten und in ihren Leistungen - nach Rücksprache mit den Fachkräften der Einrichtung - bewertet.