Logo Logo
Startseite
Schulinfo
Schulleitung
Sekretariat
Lehrer/innen
Beratung
Schüler/innen
Projekte
Veranstaltungen
Aktuelles
Kontakt
Links
Sitemap
Suchen
Impressum
Vokalmusik im KZ Theresienstadt

Wann Montag, 8.November 2010, 19:30 Uhr
Wo Conerus-Schule (BBS) Norden, Schulstr. 55
Veranstalter Förderverein der Conerus-Schule Norden und DIG - AG Ostfriesland
Kostenbeitrag: 6,- € (nur Abendkasse)
Schüler/-innen und Mitglieder d. Fördervereins 4,- €
Reservierung unter 04931-93370 (vormittags) erbeten

Vokalmusik im KZ Theresienstadt

Der Name Theresienstadt, tschechisch Terezín, wurde zum Synonym für die größte Propagandalüge des Terrorregimes der Nationalsozialisten. In der Zwangs-Gemeinschaft dieses Konzentrationslagers war fast die gesamte jüdische Kulturelite versammelt. Gelehrte aller Wissensgebiete, Künstler, Theaterleute, Literaten, Musiker, gewaltsam herausgerissen aus ihrem normalen Leben, fanden sich hier mit Massen alter Menschen im gemeinsamen Elend vereint.

Kultur gab es in Theresienstadt anfangs nur im Untergrund, da zunächst jede kulturelle Betätigung noch illegal und daher mit Strafen bedroht war. Als das Lager zum "jüdischen Siedlungsgebiet" deklariert wurde, erreichte fast alles, was als Kultur bezeichnet werden konnte, eine halblegale Grauzone, um dann Anfang des Jahres 1944 - zu propagandistischen Zwecken - völlig legalisiert zu werden. Die Theresienstädter Künstler erhielten das zynische Privileg, bis zu ihrer Ermordung nicht nur zur Unterhaltung ihrer Leidensgenossen beitragen zu dürfen, sondern auch noch als Statisten in einem groß angelegten Täuschungsmanöver mitwirken zu müssen.

Vor den Augen der Welt inszenierten die Nazis einen perfekten Vergnügungs-Zirkus: Theater, Konzerte, Oper, Operette, Kaffeehaus. Den Besuchern, darunter auch Inspektoren vom Internationalen Roten Kreuz, wurde ein Panoptikum lustiger Musikanten und Poeten vorgeführt. Der Trick funktionierte. Die Welt fiel auf den grausamen Schwindel herein, der in diesem "Potemkinschen Dorf" inszeniert wurde. In Wirklichkeit vegetierten die Gefangenen in einer schmalen Grenzzone zwischen Vernichtung durch Hunger, kombiniert mit Schwerstarbeit und knappem Überleben. In krassem Widerspruch dazu stand das ungeheuer vielfältige geistige Schaffen. Hier durfte sogar aufgeführt werden, was im nationalsozialistischen Machtbereich ansonsten verboten war.

Unter den Bedingungen ihrer physischen lebensbedrohenden Versklavung mit Zwangsarbeit erlebten die Häftlinge in Theresienstadt eine kulturelle Befreiung ungeahnten Ausmaßes. Auf diesem zwiespältigen Leben lastete die allgegenwärtige Todesdrohung in Gestalt jäh hereinbrechender "Osttransporte".

Der Vortrag beschäftigt sich mit den Komponisten Karel Berman, Hans Krasa, Pavel Haas, Viktor Ullmann, u. a. sowie mit den Kabaretttexten von u. a. Leo Strauss und Karel Svenk.

Flyer

Ruth Frenk

Die Sängerin und Gesangspädagogin Ruth Frenk beschäftigt sich seit 1986 mit den Komponisten und Kompositionen dieser Zeit. Ihr Programm und die CD "Der letzte Schmetterling" waren eine der ersten Veröffentlichungen, welche sich dieser Thematik widmeten. Ruth Frenk unterrichtet den Nachlass der Theresienstadt-Komponisten im Kibbuz Givat Haim in Israel und hält Vorträge u.a. an der Rubin-Academy der Hebräischen Universität in Jerusalem. Sie ist seit 1993 Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bodensee-Region und seit 2006 Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Gesangspädagogen.

Stand: 9. Maerz 2015